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Winterzeit ist Wartungszeit

Rettungswesten testen

Rettungswesten müssen regelmäßig gewartet werden. Die Intervalle finden sich auf TÜV-ähnlichen Plaketten.

Rettungswesten müssen regelmäßig gewartet werden. Die Intervalle finden sich auf TÜV-ähnlichen Plaketten.

Der Fachverband Seenot-Rettungsmittel (FSR): Winterzeit ist Wartungszeit
vor allem bei Rettungswesten und Rettungsinseln


Köln (SP) Wer jetzt im Winter nicht gerade in südlichen Gefilden schippert, hat sein Schiff auf dem Trockenen. Für Wassersportler schlägt die Stunde der Reparaturen und Wartungen. Der Fachverband Seenot-Rettungsmittel (FSR) erinnert daran, dass dabei unbedingt an Rettungswesten und -inseln gedacht werden muss.

Die Hersteller haben zwar darauf geachtet, dass ihre Produkte strapazierfähig ausgeführt sind, doch auf die Dauer geht die Kraft der Elemente selbst am stärksten Material nicht spurlos vorüber. Kontakt mit Salzwasser-Gischt oder extreme Temperaturwechsel - das sind nur einige der Gründe, die von den Herstellern vorgegebenen, teils unterschiedlichen Wartungsintervalle akribisch einzuhalten. Für alle aufblasbaren Rettungswesten gilt aber: Innerhalb eines Zeitraums von längstens 24 Monaten sollten sie zum Hersteller oder zu einer von ihm autorisierten Wartungsstation gebracht werden.

Dass dies bitter nötig ist, beweisen Statistiken der FSR-Mitgliedsunternehmen. Sie listeten alle Fehler auf, die für die Funktion der Rettungsweste bedeutsam sind: Beschädigungen des Schwimmkörpers, der Zustand der Schutzhülle, Gurtbänder und der Beschläge sowie der Aufblasautomatik samt der Pressgaspatrone, die den Auftriebskörper im Ernstfall füllen soll. FSR-Vorsitzender Ralf-Thomas Rapp erklärt: "Bei rund 17 Prozent aller Westen wurden derart schwere Beeinträchtigungen festgestellt, dass die Rettungsweste im Notfall überhaupt nicht funktioniert hätte."

Die Ursachen hierfür lagen in der unsachgemäßen Behandlung der Rettungswesten. Eine wesentliche Fehlerquelle ist offenbar das Wieder-Klar-Machen der Rettungsweste: Pressgaspatronen waren leer oder gar nicht vorhanden. Oft waren Automatikelemente funktionsuntüchtig, die in Kontakt mit Wasser das Auslösen bewirken. Probleme gab es auch durch mechanische Bauteile, weil sie verschmutzt waren. Dies hätte im Einsatzfall zu einem völligen Versagen der Aufblasautomatik geführt. Ähnliche Probleme stellen sich auch bei Rettungsinseln ein. Dank der Fachleute direkt in den Herstellerunternehmen sowie in den von ihnen autorisierten Wartungsstationen sind solche Defekte schnell behoben und Rettungswesten und -inseln rechtzeitig zur Saison wieder einsatzklar.

Eine der Kernaufgaben des FSR ist die Qualitätssicherung der Wartung. Der Fachverband legt hier die Standards fest. So wurden beispielsweise Mindestanforderungen für Wartungsstationen erarbeitet. Denn die Materie ist so wichtig, dass sie nur Fachleuten anvertraut werden darf. Die bundesweit etwa 100 Wartungsstationen müssen beispielsweise technisch ausgebildetes Personal vorhalten, das erst nach einer sorgfältigen Schulung und Einweisung durch Fachkräfte des Herstellers beziehungsweise Importeurs der Rettungsmittel zur Wartung autorisiert wird. Auch müssen Spezialwerkzeuge und besondere Räumlichkeiten vorhanden sein.

Ob dies dann wirklich der Fall ist, wird von Sachverständigen überprüft, die im Auftrag des FSR unterwegs sind. Sie schauen unangemeldet bei den Wartungsstationen vorbei und sehen, inwieweit die strengen Vorgaben eingehalten werden. Doch auch jeder einzelne Kunde kann zur Sicherheit beitragen. Vor einer Wartung sollte er sich davon überzeugen, dass die Station überhaupt autorisiert ist, seine Weste zu warten. Überdies sollte man beim Abholen seiner Rettungsweste ein Wartungsprotokoll verlangen, auf dem die Wartungsstation dokumentieren muss, welche Arbeiten ausgeführt worden sind.



Infos: FSR-Geschäftsstelle, Tel: 0221/595710, www.fachverband-seenotrettungsmittel.de


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